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Geschrieben von Peter H.
Am 29.4.2020 habe ich mir über das Online-Angebot der PHDL einen Vortrag zum Thema-Distance Learning von Frau Sabine Mader angehört.
Angesichts meiner eigenen Unterrichtserfahrung mit distance-learning, hat es mich interessiert, welche Möglichkeiten es gibt, Struktur in den durch Corona ins Private verbannten Lernalltag zu bringen. Dabei wurden natürlich, wie man allerorten vernehmen konnte, die vielen Probleme, die so entstehen können, angesprochen. Spannungen in der Familie, SchülerInnen die für die Schule nicht mehr erreichbar sind etc. Auch einige technische Hilfsmittel, etwa Tagebücher, ebooks und Portfolios wurden angesprochen. Das hat mich besonders interessiert, denn mittels Portfolioarbeit wollte ich meinen Kursteilnehmern auch von zu Hause aus ermöglichen, an ihren individuellen Projekten zu arbeiten.
Homeschooling vs. Fernunterricht
Zunächst einmal wurde klargestellt, dass es sich in der durch Corona bedingten Situation nicht um Homeschooling, sondern um Fernunterricht handelt, was mit ganz anderen organisatorischen Herausforderungen einhergeht.
Während Homeschooling eine bewusste Wahl von Eltern betrifft, ihre Kinder zu Hause zu unterrichten, hat der Fernunterricht wie er jetzt gerade stattfindet viele plötzlich völlig unvorbereitet getroffen. Guter Fernunterricht braucht allerdings Struktur und ist anstrengend, denn sie gibt Sicherheit indem sie Stresssituationen mindert. Vor allem sei es besonders wichtig, sich zwischendurch immer zu bewegen.
Guter Fernunterricht
Laut Paul Felbermaier lässt sich guter Fernunterricht durch folgende Merkmale charakterisieren:
- Asynchrones Lernen (Selbständiges Lernen) statt synchrones (Mischung ist wichtig)
- Weniger statt unrealistische Zeile: Überblick ist wichtig, wer welche/wie viele Aufgaben gibt
- Klare Anweisungen: Wortanzahl, Seitenanzahl etc.
- Erwartungen definieren
- Empathisch sein: Wie geht es euch?
- Einheitlich kommunizieren: Anweisungen und Aufträge über denselben Kanal
- Bürozeiten einhalten: Arbeitszeit/Freizeit klar trennen
- Feedbacks einholen: individuelle Fragen klären
- Lernverständnis erhöhen: Multimediale Übungen, nicht nur Schreib- und Leseaufgaben sondern auch multimedial mit direkter Auswertung
- Lernziele definieren
Den Alltag sinnvoll strukturieren
- Um Nerven zu schonen, ist es für Eltern besonders wichtig, den Alltag durch folgende Elemente zu strukturieren:
- Lernplan machen, Stunden festlegen
- Arbeitsplatz gestalten
- Tag als Schultag starten
- Pausen und Bewegungen einplanen
- Abwechslung beim Lernen (Mathe-> Englisch)
- Aufgaben in Teilziele zerlegen
- Geduld und Ausdauer üben
- Lernspektrum erweitern
- Freizeit genießen
Wie kann digitales Lernen unterstützt werden?
- Kontakt mit Schulkameraden
- Lernerlebnis (soll auch mal lustig sein)
- Dokumentation der Lernergebnisse
- Bewegtes Lernen
- Kreativer Spielraum (Basteln, Malen)
- Bildschirmzeit und analoges Tun kombinieren
- Kontakt zwischen Lehrenden und Lernenden herstellen
Viele tolle Ideen für sinnvolle Beschäftigung/sinnvolles spielen, findet man auf den Seiten von Hilfswerk Niederösterreich und Steiermark. Tolle Bastelideen gibt es vor allem auf kinderfreunde.at, sowie auf www.friedrich-verlag.de/bildung-plus/gesundheit-und-schule.
Wer sich intensiver mit der Idee des Homeschooling auseinandersetzen möchte, findet auf mit-kindern-lernen.ch wertvolle Informationen.
Während der Zeit der Isolation und der dadurch bedingten Ressourcenknappheit bieten sich insbesondere Aufgabenformate an, die fächerübergreifend und projektorientiert sind. Um die Lernerfolge und die geleistete Arbeit festzuhalten und zu vergegenwärtigen, was für die Motivation enorm wichtig ist, bieten sich folgende Formate an:
Tagebücher: privat, Lerntagebuch
Ebooks: Geschichten erzählen, Tagesablauf beschreiben, Erlebnisse zu Hause
Portfolios
- Aufgabenportfolios: Was, Wie, Lernergebnisse, Lerntagebuch ist darin schon enthalten
- Bewerbungsportfolios: Lehrstellensuche, Stärken/Schwächen, berufliche Ziele
Beispiellerntagebücher gibt es auf folgenden Seiten.
- at/lerntagebuch.pdf
- com/de
- Book creator: Multimediale Ausdrucksformen: Fotos und bilder, Text, Videos und Musik, als epub oder pdf exportieren
Lernergebnis präsentieren und Lebendiges Schreiben:
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Geschrieben von Peter H.
Beim dritten Termin haben wir einen Exkurs in Richtung Microcontroller-Programmierung mit dem Micro:Bit unternommen. Dabei haben wir mit der blockbasierten MakeCode-IDE einfache Programme erstellt und ganz im Sinne von physical computing einen Videocontroller programmiert, mit dem Spielfiguren in Scratch-Programmen gesteuert werden können.
Dies Einheit war ein etwas „verwegenes“ Experiment, denn ich wollte die Grenzen des distance learning ausloten und ihnen auch etwas zum „Angreifen“ geben. Da die Kursteilnehmer zu Beginn 50 Euro bezahlt hatten, konnten wir einem jeden seinen oder ihren persönlichen Micro:bit zusenden. Das Ziel war, dass die Spiele um einen Videocontroller erweitert werden. Die erste Hälfte, wo wir zum Kennenlernen es Micro:bits einfache Programme mit makecode erstellt haben, lief problemlos.
Leider ist im zweiten Teil dann doch Murphy’s Law eingetreten, und bei der Integration mit Scratch hat es ziemlich gehakt. Bei einer Teilnehmerin hat USB überhaupt nicht funktioniert, und auch geduldiges Warten und Neustarten hat nichts gebracht. Bei einer anderen Teilnehmerin hat durch ein Mac OS Update Scratch-Link nicht funktioniert. Ein anderer Teilnehmer hatte kein Bluetooth und bei einer weiteren hat es trotz mehrmaligem Probieren ohne mir ersichtlichen Grund nicht funktioniert. Im Endeffekt ha, was ich ursprünglich geplant hatte, dann nur bei einer Handvoll TeilnehmerInnen funktioniert. Zunächst war ich sehr geduldig und wollte jedem individuell helfen, doch als sich die Probleme gemehrt haben, bin ich ziemlich ins Schwitzen gekommen. Bei einem Präsenztermin hätte ich viel flexibler agieren können und besser individuell unterstützen können. Außerdem wäre die Infrastruktur homogen und damit die möglichen Fehlerquellen weit geringer. Trotzdem, das grundlegende Lernziel, den Micro:bit kennenzulernen, ist gelungen. Physical computing virtuell zu vermitteln, ist allerdings sehr riskant und würde ich deswegen in der Form nicht nochmal probieren.
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Geschrieben von Peter H.
Heute programmieren wir einen Spielecontroller.


Lernziele
- Den Micro:Bit mit makecode programmieren können
- Ein einfaches Spiel programmieren
- Den Micro:Bit als Controller in deinen Scratch-Spielen verwenden können
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Geschrieben von Peter H.
Beim zweiten Termin haben wir einen Spieleklassiker, nämlich Pong, das erste kommerziell erfolgreiche Videospiel, mit Scratch nachprogrammiert. Dabei haben wir Grundkonzepte der funktionalen Programmierung (Variablen, Schleifen, Entscheidungen, Ereignisse und Zufallszahlen) und die Scratch-Entwicklungsumgebung kennen und anwenden gelernt.
Leider war dies auch der erste Termin, an welchem wir aufgrund der Corona-Krise auf distance learning umstellen mussten. Der Vorteil, den das Thema der Spielentwicklung mit Scratch mit sich bringt, ist, dass sich die nötige Infrastruktur auf jeden Fall für distance learning eignet. Folgende Kanäle habe ich sofort aktiviert: Email, um die SchülerInnen über das neue Vorgehen zu informieren, Geogebra, um die jeweiligen Inhalte und etwaige Dateien permanent zur Verfügung zu stellen, Sowie Scratch-Classroom, welches das Teilen von Projekten und gegenseitiges Feedback erleichtert, indem eine übersichtliche Gruppe von Kursteilnehmer erstellt und einem Studio hinzugefügt werden kann.
Um die KursteilnehmerInnen zu motivieren und aus ihrer Corona-bedingten Isolation zu holen, habe ich mich gegen einen rein asynchronen Unterricht entschieden. An den jeweiligen Terminen haben wir uns also jeweils für 2 Stunden getroffen und gemeinsam unterschiedliche Spiele programmiert. Um gemeinsam die Basics erarbeiten zu können, habe ich auf Zoom zurückgegriffen, wo ich aktuell über eine unlimitierte Lizenz verfüge. Ursprünglich war geplant, dass die SuS am Ende des Kurses selbst erstelle Produkte vor Publikum präsentieren, was aber relativ rasch seitens der Veranstalter abgesagt wurde. Daher hatte ich ursprünglich intensive Phasen des Projekt- und Gruppenunterrichts eingeplant. Das heißt, wir hätten etwa 1 Stunde gemeinsam fortgeschrittene Scratch-Techniken geübt, und anschließend hätte ich die Schüler in einer Art Projektarbeit an ihren eigenen Spielen arbeiten lassen, die sich natürlich angelehnt an den Fortschritt des Kurses weiterentwickelt hätten. Da sich aber unter den KursteilnehmerInnen niemand kannte, sah ich mich aus organisatorischen Gründen leider gezwungen, davon Abstand zu nehmen und motiviere sie seither dazu, ihre Projekte zu veröffentlichen und sich gegenseitig auf Scratch Feedback zu geben, um Denkanstöße zu erhalten. Das ist allerdings auf freiwilliger Basis und wird bisher nicht wirklich genutzt. Da die SuS nebenbei ohnehin schon viel am Computer arbeiten müssen, um den Schulstoff zu erarbeiten, wollte ich hier keine zusätzliche Belastung schaffen und vertrete eher den Standpunkt, dass ich sie für die Thematik begeistern will, sie ansonsten aber lieber raus zum Spielen gehen sollen. Auch das abschließende Projekt, das eigentlich jeder für die Präsentation erstellen sollte, und wofür ich im Präsenzunterricht eine Art Portfoliophase eingeplant hätte, habe ich den TeilnehmerInnen zu freien Wahl überlassen. Meine je zwei Unterrichtseinheiten laufen also im Groben so ab, dass wir uns alle auf Zoom einfinden und ich die SuS nach ihrem Befinden und danach befrage, wie es ihnen unter den neuen Bedingungen geht. Dann führe ich die Spielidee für diese Einheit ein, wiederhole noch einmal, was wir schon alles können. Da wir bekannte Arcacde-Spiele nachprogrammieren, lasse ich die SuS diese vorher immer online ausprobieren und möchte, dass sie die wichtigsten Elemente des Spieles nennen, um ein Problembewusstsein zu erzeugen. Die jeweiligen Spiele habe ich grob in etwa 3 bis 4 kleinere, jedoch sinnvolle Einheiten zergliedert, z. B. Spielfigur steuern, Punkte gewinnen, Game over, Schwierigkeitsgrads erhöhen. Jede dieser kleineren Einheiten sollen die TeilnhemerInnen zunächst selbst versuchen zu lösen, bevor ich eine Musterlösung erarbeite. Dabei kann ich gar nicht genug darauf hinweisen, wie sehr ich mich bemühe, sie zu selbständigem Denken zu ermutigen, indem ich immer wieder darauf hinweise, dass es oft viele verschiedene Lösungen gibt. Wenn jemand eine andere Lösung gefunden hat, wird diese auch gewürdigt. Außerdem kann man in Scratch durch die gestalterischen Elemente ja seiner Kreativität freien Lauf lassen, und ich bin immer wieder erstaunt, wie unterschiedlich die Lösungen zum Teil sind und habe mir schon die eine oder andere Idee abgeschaut. Das selbständige Erarbeiten lassen funktioniert normalerweise recht gut, womit ich gar nicht gerechnet hatte, und wenn etwas nicht klar ist, erkläre ich geduldig nochmal meine Musterlösung, was bis jetzt immer gut geklappt hat. Wenn die SuS ihr Projekt veröffentlichen, kann ich auch live das konkrete Projekt anschauen und auf mögliche Probleme hinweisen. Nachdem wir so die Basisfunktionen der jeweiligen Spiele erarbeitet haben (2 Stunden vergehen sehr schnell), gebe ich ihnen immer freiwillige Zusatzaufgaben, die das Spiel noch interessanter machen, oder motiviere sie, sich bestimme Konzepte noch einmal anzuschauen. Bei Pong wären das z. B. das individuelle Gestalten von Spielfigur und Spielfeld, die Erhöhung der Schwierigkeit, indem der Ball nach Ablauf einer bestimmten Zeit schneller wird, etc. Anschließend ermutige ich sie dazu, ihre modifizierten Spiele freizugeben und weiter an ihrem eigenen Spiel zu arbeiten, unter Einbeziehung der möglicherweise neu gewonnenen Erkenntnisse.